Leserbrief im General-Anzeiger im März 2013

Vor einigen Tagen ist mir ein Leserbrief vom 08. März 2013 an den General-Anzeiger übergeben worden. Da er nichts an Aktualität und Richtigkeit verloren hat, möchte ich die Meinung des “Alten Hangelarers” Hendrik Sloot hier abdrucken:

Flugplatz? Wie unvernünftig! Was da passieren kann – und erst der Lärm. Vor allem dieser Tragschrauber-Krach… Zum Glück naht nun Rettung: Jetzt kümmert sich endlich die Regional-Politik um das dringendste Dauerärgernis.
Im Ernst, man möchte es kaum noch lesen. Ich find’s lächerlich. Denn mal ganz seriös: Die Definition „Fluglärm“ mag zwar eine gebräuchliche Vokabel unter St. Augustiner Fluglärm-Aktivisten sein, trifft aber in keiner Weise auch nur annähernd die realen Umstände in Hangelar und Umgegend. Wer’s nicht glaubt, sollte sich mal probeweise echten Fluglärm anhören. Zum Beispiel in Lohmar, unter der Einflugschneise des Flughafens Köln/Bonn: Das ist nicht all’ zu weit weg und geht Tag und Nacht. Viel Spaß.
Um es deutlich zu sagen: Jeder Laubsauger, Rasenmäher, ja sogar jeder Bobbycar-Fahrer der direkten Nachbarschaft macht real erheblich mehr Krach als alle Hangelarer Flieger – und das auch noch zeitlich wesentlich unberechenbarer. Denn für dererlei Gerät gilt nämlich keinerlei Sichtflugregel.
Was Hangelar angeht, wage ich zu behaupten, dass die schweigende Mehrheit der hier eingeborenen Dauerbewohner kaum Verständnis gegenüber denen hegt, die hier in vordrängelnder Klassensprecher-Manier ein derart penetrantes Dauergeschrei im medialen Vordergrund inszenieren – über den ach so furchtbaren „Fluglärm“ unserer Heimat-Perle, den Flugplatz Hangelar. Der war übrigens schon fast immer hier (regelmäßiger „Dauerfluglärm“ seit 1909, damit die älteste „Fluglärmquelle“ Europas). Wer sich später hier niederließ, siedelte also mit Vorsatz an einem „lärmenden“ Flugplatz. Inklusive Nebenwirkungen bzw. Platzrunde. Wer sich dann im Nachhinein von Fluggeräten allgemeiner oder gar spezieller Art belästigt fühlt, sollte sich ehrlicherweise mindestens Fahrlässigkeit eingestehen – anstatt den Schwarzen Peter bei anderen Leuten zu suchen.
Wer sich darüber hinaus auch noch bemüßigt oder gar berufen fühlt, an der vorgefundenen Situation etwas zu ändern bzw. zu „verbessern“, handelt geradezu unverschämt gegenüber der überwiegenden Anliegerschaft (inklusive ihrer Anliegen). Schlicht und ergreifend.
Zu diesem Hintergrund gesellt sich zunehmend die technisch munter dilettierende Klassensprecherschaft der „geschädigten“ Bürger und ihrer politischen Sekundanten. Unter anderem tappt man bei der Beurteilung von dB-Werten offensichtlich völlig im Dunkeln und macht sich nicht mal die Mühe, die luftrechtlichen Allgemeinhausnummern zu studieren: Die Ultralight-Klasse ist (was u. a. Geräuschemissionen betrifft) die am strengsten reglementierte Flugzeugsorte. Zu dieser gehören auch die „schlimmen“ Tragschrauber (Gyrokopter). Fakt ist, dass der Tragschrauber leiser ist als jedes konventionelle E-Klasse-Sportflugzeug. Sein Handycap: Er ist im An- und Abflug deutlich langsamer als alle anderen Geräte. Damit ist sein Ton aber auch leider erheblich länger im Fokus des betroffenen Zuhörers – sofern der sich betroffen fühlen möchte. Fakt ist auch: Kein Gemeinde-Parlament, kein Stadtrat, keine Landesregierung in der ganzen EU ist befugt, selektive Verbote (hier: Gyroko
pter) im Luftrecht/Luftsport zu beschließen, geschweige denn durchzusetzen. Was bleibt also? Nicht viel. Wenn man von ein paar realen Befindlichkeiten absieht:
1. Im Vergleich zu früher (’70er/’80er Jahre) ist es am Flugplatz Hangelar inzwischen (leider) relativ still geworden.
2. Wir erleben gerade ein Paradebeispiel dafür, wie eine lautstarke Minderheit in permanenter sich-belästigt-fühlender Bereitschaft den meinungsbildendenden Tenor zu übernehmen droht, tatkräftig sekundiert vom „vernünftigen“ Spektrum politischer Dauerbegrüner. Eben jener pharisäerhaften Kräfte, die sich gerade von diesem Thema populären Rückenwind erhoffen.
3. Viel Rauch um Nichts. Fluglärm, der keiner ist. Und eventuelle Sanktionen (Gyrokopter-Verbot), die mangels rechtlicher Handhabe keinerlei Chance auf irgendeine Durchsetzung haben.
4. Der Flugplatz Hangelar hatte sicher gute Absichten, bei diesem Thema Dialogbereitschaft aktiv durchzuführen. Angesichts der abgründigen Hintergründe des Dialogpartners war das vielleicht doch keine so gute Idee.
5. Die schweigende Mehrheit schweigt. Leider (noch?).
6. Die „Fluglärm geplagte“ Minderheit mag sich vielleicht beim Golfen auf dem Niederberg gestört fühlen. Beim nächsten Urlaub am Sonnenstrand gehört allerdings (mindestens) genau diese Klientel zur echten Fraktion der aktiven Fluglärm-Verursacher. Egal, ob die Flugreise ab Köln/Bonn, Airport Düsseldorf oder Frankfurt bzw. sonstwo geht.
7. Der alte Flugplatz gehört mit allem drum und dran zu Hangelar. Darum lebe ich gern hier – und ich lasse mir den Sound of Hangelar nicht mies machen. Denn der gehört unbedingt dazu.

Und die Moral von der G’schicht? Vielleicht folgende: Mögen sich in Zukunft an dem ältesten Flugplatz Europas noch viele Flugbegeisterte und Flieger aller Art aktiv treffen, und flugspezifische Betriebe jeder Sorte niederlassen. So wie Air Loyd, ALT, Bende und andere Koryphäen, die sonstwo ihresgleichen suchen. Und natürlich „Tan’t Tinchen“. Auch das macht den Flugplatz Hangelar aus. Selbstverständlich inklusive Tragschrauber.

Hendrik Sloot (Nicht-Flieger aber Alt-Hangelarer)

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Der Flugplatz in Hangelar – seit 1909 ein Teil des Ortes!

Seit 1909 gibt es eine Fläche in Hangelar bei Bonn, auf der Flugzeuge gestartet und gelandet sind. 1927 wurde diese Fläche offiziell als Flugplatz angemeldet.
Seitdem ist der Flugplatz Hangelar oft in der Kritik, weil dort Flugzeuge Geräusche entwickeln.
Es gibt jedoch viele Hangelarer und auch Menschen weit über den Raum hinaus, die Befürworter des Platzes sind. Hier spielen nicht nur traditionelle Gründe eine Rolle sondern auch der große wirtschaftliche Faktor dieses Platzes. Darüberhinaus starten von Hangelar aus Bundespolizei-Hubschrauber zu ihren wichtigen Einsätzen und Übungen als auch ADAC-Hubschrauber die Leben retten.
Da die Kritik sehr laut ist, wird sie oft gehört. Die leisen Befürworter werden wenig gehört. Hier soll daher ein Portal geschaffen sein, dass alle zu Wort kommen lässt, wobei die positive Grundeinstellung zu diesem Flugplatz (hoffentlich) überwiegt.

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